Freitag, 1. September 2017

Rotbarsch/Rockfish mit Gurkensalat und einer Zitronen-Kerbelsauce



Rotbarsch aus der Familie der Sebastidae/Sebastes, für uns ein ganz normaler Speisefisch, frisch an jeder Fischtheke zu bekommen. Dies war die letzten 16 Jahre etwas schwieriger für die Bewohner San Franciscos, wenn sie diesen ebenfalls frisch und nicht vorher für Transport und Lagerung gefrostet erwerben wollten. Seit März dieses Jahres ist es an Fischermans Wharf erstmals wieder möglich diesen frisch zu kaufen, dafür aber auch gleich ganz frisch nämlich gerade angelandet.  So bietet der Wegbereiter für den Direktverkauf an Endkunden, der Fischer Giuseppe “Joe” Pennisi aus Monterey auch einen „Rockfish“ (aus der Familie zu der auch unser Rotbarsch gehört) an. Den Fisch von Kutter zu kaufen, war in Kalifornien bis auf eine kurze Zeit von 1999 bis 2000 verboten und seitdem bemühte sich kein Fischer mehr darum eine Lizenz dafür zu erwerben. So sind Joe Pennisi und zwei weitere Fischer südlich von San Francisco an der Half Moon Bay zur Zeit die einzigen in Kalifornien, die ihren Fisch direkt vermarkten können.

Der Rotbarsch (Arten: Goldbarsch, Sebastes norvegicus / Tiefsee-Rotbarsch, Sebastes mentella / Kleine Rotbarsch, Sebastes viviparus) kommt im ganzen Nordatlantik, Grönlandsee, Labradorsee, Barentssee und Nordpolarmeer vor. Es ist ein relativ großer Speisefisch und kann ausgewachsen über einen Meter groß werden und als Tiefseefisch ein Alter von bis zu 70 Jahren erreichen. Er gehört nicht wie der Name suggeriert zu den Barschen, sondern zu der Familie der Dracenköpfe. Der für den Verzehr gefangene Rotbarsch hat in der Regel eine maximale Länge von 40 bis 50 Zentimeter. Üblich sind eine leuchtend rote bis goldrote schimmernde Färbung, die zum Bauch heller fast rosa werden kann und oft dunkelrote Kiemendeckel mit kleinen Giftstacheln. Die harten Schuppen wachsen ebenfalls bei einigen Sorten am Ende zu spitzen Dornen zu. Außerdem besitzt er ca. 15 feste Stacheln (Giftstachel) auf der Rückenflosse und um die 19 weicheren Flossenstrahlen auf der Bauchseite. Seine Geschlechtsreife beginnt erst mit 11 Jahren und später und da er dann bereits eine Länge von 35 bis 40 Zentimetern aufweist, wird ihm dieses auch schnell zum Verhängnis, er gilt als stark überfischt, da viele Rotbarsche vorher gefangen werden. Zwischenzeitlich werden zwar Schleppnetze mit größerer Maschenweite und mit Fluchtfenstern benutzt um Jungtieren das Entkommen zu ermöglichen, aber richtig Erholt haben sich die Bestände noch nicht. Es werden jedoch auch vermehrt weitmaschige Kiemennetze und Snurrewaden eingesetzt und es gibt Schutzzonen und Fangquoten.

Der Rotbarsch ist ein mittelfetter Speisefisch, eignet sich zum Heißräuchern, Dünsten, Kochen und eingeschränkt zum Braten und Grillen, da er aufgrund seiner Beschaffenheit und falscher Zubereitung schnell zerfallen kann. Das feste weiße bis leicht rosafarbene Fleisch besitzt einen leicht nussigen und typisch intensiven Geschmack und ist saftig. Er enthält wenig Jod aber dafür viel Seelen.

Nicht so einfach erhältlich ist der gesalzene Rotbarsch, er passt am besten pochiert zu traditionellen Beilagen wie Wurzelgemüse und/oder Kartoffeln. Wer Rotbarsch, am besten im Ganzen (ein Fisch von 45 bis 50 Zentimetern Länge kann bis zu 5 kg wiegen, es gibt aber auch kleiner die ausgenommen dann nur 1,5 kg auf die Waage bringen), grillen will macht dies bei indirekter Hitze in der Haut, auf jeder Seite 2 bis 3 Mal schräg eingeschnitten, für etwa 30 Minuten.








Rotbarsch / Rockfish
Traditionell: Rotbarsch mit Gurkensalat und einer Zitronen-Kerbelsauce
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Zutaten (4 Personen):

4 Rotbarschfilet von ca. 180 g
1 Salat-/Schlangengurke, geschält, in feine Scheiben gehobelt
½ Tropeazwiebel, in feinen halben Ringen
2 Frühlingszwiebeln, nur das weiße und hellgrüne, in schmalen Ringen
1 Bund Kerbel, ohne Stiele, fein gehackt
1 EL Apfelessig
1 EL Condimento bianco
4 EL Sonnenblumenöl
2 EL Wasser
1 Prise Kristallzucker
Meersalz und schwarzer Pfeffer
100 ml weiße Roux, siehe dort
3 EL Creme Fraîche
½ Schale einer Bio-Zitronen
Saft einer ½ Zitrone
weißer Pfeffer, frisch gemahlen
1 Msp. Muskatnuss, frisch gerieben, nach Gusto
1 Msp. Kashmiri Mirch oder Cayenne Pfeffer, nach Gusto
1 Msp. Kreuzkümmel, frisch gerieben, nach Gusto
1 Msp. grüner Kardamom, nur die Samen, frisch gemörsert, nach Gusto
1 Prise Meersalz und Kristallzucker
Olivenöl zum Braten

 

Zubereitung:

Die Gurkenscheiben mit der Tropeazwiebel und den Frühlingszwiebelscheiben vermischen. Salatdressing aus den Essigsorten, Sonnenblumenöl, Wasser, Meersalz, schwarzem Pfeffer und Kristallzucker nach Geschmack zubereiten, unter die Gurkenmischung geben und für 30 Minuten rasten lassen.

Für die Kerbelsauce, weiße Roux, Creme Fraîche, Zitronensaft, Zitronenschale, weißer Pfeffer, Meersalz, Kristallzucker und eine Hälfte des gehackten Kerbels miteinander vermischen. Nicht mehr klassisch, aber wer sich am orientalischen Einfluss nicht stört, würzt zusätzlich noch nach Gusto Muskatnuss, Kreuzkümmel, grünen Kardamom und rotes Chilipulver unter.

Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und das Rotbarschfilet darin von beiden Seiten maximal je 3 - 4 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun braten.

Den Gurkensalat mit der Hälfte des Kerbels bestreuen, abschmecken und zum Anrichten mit dem Rotbarsch auf einen Teller geben und mit der Kerbelsauce nappieren.



Tipp:

Wenn man die Kerbelsauce unter 66° C abkühlen lässt und zwei Eigelb unterhebt, kann man diese dann über rohes Rotbarschfilet in einer Auflaufform geben und für ca. 20 Minuten bei 165° C Umluft überbacken. Tropeazwiebel und  Frühlingszwiebelscheiben zusammen mit jungem Fenchel als Gemüsebett darunter.

In der Saison, mit Spargel und ersten jungen Frühkartoffeln statt des Gurkensalats.







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